#162: Ein Textildruck-Deep-Dive mit Justus Rau (Innotex)
Shownotes
Innotex Merkel & Rau aus Frankenberg in Sachsen verbindet über 200 Jahre Textilgeschichte mit cutting-edge Textiltechnologie: Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1815 zurück, als Gottlob Gärtner eine Textildruckerei gründete. Fast forward 200 Jahre später: Heute führt Justus Rau, Ur-ur-ur-ur-Enkel Gottlob Gärtners (!), das Unternehmen gemeinschaftlich in der siebten Generation. Innotex entwickelt rund 400 neue Dessins pro Jahr und bedruckt mehr als 4 Millionen Meter Stoff, sowohl im Digital- als auch im Rotationssiebdruck. Das Besondere am Unternehmen ist die Verbindung von eigener Design- und Kollektionsentwicklung, technologischer Druckkompetenz und industrieller Produktion unter einem Dach. Dadurch kann Innotex unterschiedlichste Stoffe und Qualitäten für Bereiche wie Bekleidung, Wäsche, Bettwäsche, Kindertextilien und Bademode realisieren; insbesondere bei Bademode und Tagwäsche ist Innotex der einzige deutsche Kollektionsanbieter mit eigener Druckerei. So verbindet das Unternehmen traditionelle Textilkompetenz und „Made in Germany“ mit Digitalisierung, individueller Gestaltung und modernen, ressourcenschonenden Produktionsverfahren.
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Podcast-Producer: Maxim Sergej Wagner
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Transkript anzeigen
00:00:07: Beim Nähen laufen alle Felden zusammen und genauso ist es mit diesem Podcast.
00:00:12: Herzlich willkommen zu näher dran, dem so simple Näh-Podcast!
00:00:17: Bei uns erfährst du alles über die besten Maschinen Materialien Selbstgenähte Mode Techniken Methoden Und Über Menschen Die ihre Zeit dem Thema Nähen In all seinen Facetten widmen.
00:00:30: Ich bin Sabine und auf meinem Blog So Simpel dreht sich natürlich Alles ums Nähen.
00:00:35: Schnittmuster, Anleitung, Nähvideos, Tipps und Inspirationen gehören für mich genauso dazu wie die Nähbücher, die ich schreibe.
00:00:43: Denn... denn Nähen verbindet nicht nur!
00:00:46: Es löst auch Probleme.
00:00:47: Ganz egal ob es ums Aufhübschen oder Reparieren geht, den Wunsch nach selbstgenähter Kleidung, die Wahl des richtigen Nähfüßchens, die Geschichte hinter einer speziellen Nähtechnik oder darum der Fast Fashion-Industrie beibei zu sagen Mit meinen Gästen spreche ich hier über Herausforderungen und wie man sie meistert.
00:01:08: Wir versorgen dich mit Infos und Text, die dein persönliches Näheleben reicher machen und dich auf neue Ideen bringen!
00:01:16: Also leg' die Füße hoch, mach's dir gemütlich... ...und lass dich von uns in die wunderbare Welt des Nähens entführen!
00:01:24: Wir wünschen dir viel Spaß!
00:01:32: Hallo und herzlich willkommen zu näher dran dem so simple Nähpodcast Heute zum Thema Textildruck.
00:01:40: Mein Gast ist Justus Rau von InnoTex in Sachsen, kann man sagen?
00:01:46: Ja richtig!
00:01:47: Wir sind in Sachsheim geheimatet im Frankenberg an der Nähe von Chemnitz und hier sind wir sozusagen schon seit vielen Generationen als Textildrucker beheimatete und freuen uns dass wir noch da sind.
00:02:04: Ja ich freu mich vor allem jetzt erstmal dass du dabei bist.
00:02:07: super also wir lieben ja alle schön bedruckte Stoffe wertige Stoff machen uns aber eher selten Gedanken darum wie kommt eigentlich die Farbe auf den stoff.
00:02:20: Und genau darum wird es heute gehen.
00:02:22: Wir gucken uns mal an, wie ist das eigentlich als Textil-Druckunternehmen in Deutschland?
00:02:29: Was braucht man für Gewerke rundherum?
00:02:31: also ihr könnt ja nicht einfach so sitzt da nicht mit dem Kartoffelstempel und bedruckst deine selbst gewähbten Stoffe sondern das läuft irgendwie ein bisschen
00:02:40: anders.
00:02:40: Das ist richtig.
00:02:41: wir sind im Prinzip doch angewiesen dass es eine vollständige textile Kette gibt, dass wir eben irgendwo eine Textilfläche herbekommen.
00:02:51: Sprich, wir brauchen Strickereien und Webelereien die den Druckboden für uns herstellen, das wir dann darauf drucken können.
00:03:00: und wir brauchen natürlich auch nachgelagert Konfektionsindustrie.
00:03:04: Das heißt irgendjemand muss auch nähen was wird druckern sonst kann unser Geschäft nicht funktionieren.
00:03:09: und in dem Spannungsfeld sind wir natürlich unterwegs.
00:03:14: Okay, das heißt es braucht immer... ihr seid da nicht alleine auf der Welt sondern es braucht eine Menge Infrastruktur rundherum damit das ganze Druckuniversum funktioniert.
00:03:28: In einer Infrastruktur drumherum brauchen wir natürlich außerdem noch einen Gravier der für uns Schablonen graviert.
00:03:35: Wir brauchen ein Farbstoff-Liferanten.
00:03:38: ohne Farbstöfe kann man logischerweise nicht drucken.
00:03:41: Wir brauchen Energie, um die Ware wieder zu trocknen.
00:03:45: Also wir brauchen natürlich auch dort ein Umfeld.
00:03:48: und nicht zuletzt brauchen wir natürlich auch Menschen, die das alles machen, die sozusagen sich an die Druckmaschine stellen und die eine Textilade haben und sich da engagieren, dass am Schluss etwas Schönes rauskommt.
00:04:02: Auch das Design vielleicht nicht zu vergessen, ohne Designer kann auch nichts entstehen.
00:04:07: Es ist natürlich ein Schlüssel zu dem was wir tun.
00:04:11: Ich bin super spannend und nicht erst seit ich mit meinem Team bei euch war.
00:04:17: Das war ein ganz toller Tag bei euch, also wir haben auch ganz viele Bilder in Erinnerung ist wirklich... Also ich habe vorhin Universum gesagt.
00:04:29: irgendwie ist es das auch weil es so vielschichtig war was wir da erlebt haben.
00:04:34: Es ist ein uraltes Gebäude.
00:04:37: Wo du jetzt drin sitzt, man sieht das auch so ein bisschen.
00:04:39: Das ist wirklich was Altehrwürdiges kann man sagen.
00:04:44: Wir haben Schornstein!
00:04:45: Es gibt noch einen Schornstein!
00:04:47: Wir haben einen riesen Schormstein aber der ist nicht mal Schormmstein in Gebrauch.
00:04:52: da tut jetzt ein Storch oben drauf nissten und bringt auch ab und zu paar Junge durch.
00:04:59: Das heißt wer hat sich natürlich die Technologie gewandelt?
00:05:03: auf das Gebäude, in dem ich jetzt bin.
00:05:05: Das ist eigentlich hier unser Verwaltungssitz.
00:05:07: Ist also eine alte Jugendstilvilla.
00:05:09: aber der Betrieb als solcher ist also noch deutlich älter eigentlich über drei Jahrhunderte entstanden.
00:05:17: die ältesten Teile sind sozusagen von achtzehn und achtundzwanzig Und dann wurde von jeder Generation irgendwo was angebaut oder etwas weggerissen und neu gebaut und alte Maschinen wegetan und neu hingestellt.
00:05:31: Und so ging das eben über fast zweihundert Jahre.
00:05:36: Wenn man so will, hält es ja bis heute noch an.
00:05:40: Auch die aktuelle Zeit ist immer wieder von Veränderungen geprägt, vor allen Dingen auch technologisch und insofern kommt es doch immer darauf an dass sich anpasst.
00:05:52: und unsere alte Betriebsimmobilie Ja, die ist eben dann auch Segen und Fluch zugleich.
00:06:00: Sie ist eben etwas verwinkelt weil sie eben dynamisch gewachsen ist und jetzt nicht eine moderne Industriehalle auf der grünen Wiese darstellt.
00:06:10: aber dafür frisst sich auch keine Zimsen mehr wenn man das so ausdrücken darf und zwar hat alles sein Führen wieder.
00:06:17: außerdem ist der Standort ziemlich alternativlos Denn eine Textilveredelung, wie wir als Textildrucker rechnen wir uns ja zur Veredelungsindustrie.
00:06:28: Wir brauchen immer Wasser das heißt wir sind hier an der Chopa.
00:06:31: die Chopa kommt aus dem Erbsgedröbe geflossen und brauchen also für unsere Veredlungsprozesse entsprechend Wasser und der hohe Schornstein den du angesprochen hast natürlich genauso dazu.
00:06:43: das heißt braucht natürlich dann auch wieder Wärme, um Ware einzutrocknen.
00:06:49: Und das sind auch nach wie vor relevante Faktoren ohne die man kein Textil machen kann.
00:06:55: Ja aber jetzt ist es ja so dass diese rundherum.
00:07:03: Sachsen ist eine Textilregion.
00:07:06: Das ist ja nicht irgendwie ihr seid ja nicht ohne Grund da.
00:07:11: Ja, ich würde schon sagen dass Sachsen noch ein Textil-Land ist.
00:07:17: Es ist natürlich durch den Strukturwandel auch schwächer geworden wie überall in Deutschland.
00:07:23: aber nach wie vor hält sich die Textilindustrie in Sachsen und da sind wir einen Teil davon.
00:07:29: es gibt also weiterhin auch noch Strickereien und Wirbereien Auch wenn es dünner geworden ist.
00:07:36: wichtig ist aber auch das man hinterher jemand hat der's näht.
00:07:41: Das ist natürlich dann in Deutschland meistens nicht mehr der Fall.
00:07:44: Oft geht es eben nach Polen oder andere osteuropäische Länder, wo die Konfektionsindustrie sitzt und wir dort beliefern, sodass dann entsprechend dort die Konfliktionsteile genäht werden können, die dann in aller Regel auch wieder nach Deutschland zurückkommen und hier verkauft werden.
00:07:59: Aber es ist nicht nur Konfektionsindustrie – also man kann als selber näher bei euch glücklich werden!
00:08:07: Ja, natürlich.
00:08:08: Das ist ja gerade das was mir auch verstärkt voranbringen wollen.
00:08:13: also wir waren die letzte Vergangenheit schon mehr industrielle vorant.
00:08:18: ruhig wir haben große marken bedient und haben ein bisschen vernachlässigt dass man auch für den endverbraucher etwas machen kann dass es eben auch viele nähe begeisterte in deutschland gibt die eben auch textile meterware gerne kaufen wollen und aus eben auch mit eigener Kreativität etwas Tolles nähen wollen.
00:08:39: Und das wollen wir deswegen verstärkt nach vorne bringen.
00:08:45: Das muss ich ausschalten!
00:08:47: Das ist
00:08:48: best
00:08:49: leid!
00:08:50: Das
00:08:50: macht eigentlich Sucht, sucht hier unser IT noch seinen Telefon.
00:08:53: Muss mal gucken wo ich ganz ausgeschaltet triege.
00:08:56: Zumindest kann ich es mal lautlos machen.
00:08:58: jetzt habe ich's mal wenigstens lautlos.
00:09:00: Okay, ich mach mal zur Sicherheit.
00:09:02: Meinst du auch gleich noch lauten die Post nicht dass das dann als nächstes losgeht?
00:09:06: Alles klar kein Problem.
00:09:09: Das heißt es ist ein sehr gewachsenes Unternehmen.
00:09:13: ihr seid sehr verwurzelt in der Region.
00:09:15: viele Familien haben Hänger eben auch dran also Leute, die bei euch arbeiten und bei euch die Ausbildung gemacht haben.
00:09:26: Das hat schon eine Bedeutung für viele Menschen was ihr da tut.
00:09:30: Ich denke schon wir haben in der Tat auch wieder auszubildende.
00:09:34: das war zwischendurch mal ein bisschen schwieriger für uns auszubilgende Textil zu begeistern.
00:09:39: aber das gelingt uns jetzt wieder besser.
00:09:42: Wir haben hier rund hundert Beschäftigte, wenn man so will sind es also dann auch Hundert Familien die dann irgendwo hier ihrer Brot bei uns verdienen.
00:09:51: Frankenberg ist eine Kleinstadt mit ungefähr vierzehntausend Einwohnern und natürlich sind wir hier schon auch eine relevante Größe.
00:10:02: Frankenburg hat auch schon immer eine große Tradition im Textil drucken.
00:10:08: Also in den Anfängen Vor zweieinhalb Jahren, da war das ja kein industrielles Geschäft.
00:10:13: Da war es mehr ein Kunsthandwerk und man hat mit Holzmodeln gedruckt.
00:10:19: Und da waren wir nicht die einzigen.
00:10:21: Da gab's in Frankenberg bestimmt an die zehn Druckereien, die mit Holzmodeln gedrückt haben.
00:10:29: Es war also eine Hochburg der Druckerei.
00:10:32: Das ist jetzt nicht in jeder Stadt damals so gewesen Und dann entwickelten sich natürlich die Dinge immer weiter.
00:10:39: Dann waren wir auch ein Kind der industriellen Revolution, dann kam eben irgendwann die erste Druckmaschine und irgendwann auch die erste Dampfmaschine, die die Druckmaschine angetrieben hat.
00:10:50: Natürlich hat sich das dann immer weiter konzentriert.
00:10:54: Heute sind wir sozusagen im Fangenberg übrig geblieben und setzen diese Traditionen Sport.
00:11:02: Jetzt kann man sogar fast sagen, das sind bald in Deutschland übrig geblieben.
00:11:05: Denn auch in ganz Deutschland gibt es ja noch nicht mehr wirklich viele Druckereien, die das Geschäft in dieser Form betreiben wie wir das heute noch tun?
00:11:12: Also wir versuchen diese Fahne Textildruckungs hochzuhalten, so gut wir können jedenfalls.
00:11:18: Sehr schön!
00:11:18: Aber du könntest auch nochmal was anderes hochhalten zum Beispiel so ein Volksmodelnäse oder was gibt's da?
00:11:24: Ich hab hier extra eine bereitgelegt natürlich.
00:11:30: Ich hoffe, hier sieht man das ganz gut.
00:11:31: Das ist also eine Holzmodel die wahrscheinlich kann es nicht genau datieren und hundredfünfzig Jahre alt ist.
00:11:38: Hier hat sie auch ein Nummer.
00:11:40: Und so eine Holzmode ist also einen Hochdruckverfahren.
00:11:43: Man sieht hier oben die Fläche da ist auch so bisschen verfärbt.
00:11:46: Das heißt, die Farbe wird ja aufgestrichen.
00:11:49: Dann drücke ich mit der Holzmodel auch im Rapport in der Ecke zum Beispiel so eine feine Nadel Und wenn ich immer Nadel auf Nase setze, habe ich dann auch einen Report mit dieser Holzmodel.
00:12:02: Man kann also ein Muster aufbauen und so war das in den Vorfährter Zeiten.
00:12:09: Es war wirklich ein Handwerk und im Grunde genommen ein Kunsthandwerk und da gab es eben entsprechend lange Tische wo die Drucker irgendwann standen und dann Models und Modeln die Designs gedruckt haben.
00:12:23: Aber was ist denn jetzt der Unterschied zwischen dem Druck mit diesem Modell und Blockdruck?
00:12:30: Heißt das Blockdrucks oder ist es etwas andere?
00:12:33: Ja, man würde eigentlich Hochdruck dazu sagen.
00:12:37: Also den Ausdruck-Blockdruck denke ich jetzt in der Form nicht so direkt.
00:12:40: Okay.
00:12:40: Aber im Grunde genommen ist es also ein Hochdruck weil ich aus die hochstehende Fläche... ...mit der hochstehnenden Flächedrucke.
00:12:48: Und das Gegenstück da habe ich jetzt aber nur ein kleines Modell Ist da später der Tiefdruck, das waren dann diese Kupferwalzen.
00:12:56: Und daher wurde ja eine Vertiefung ausgekratzt oder ausgeabst und die Farbe blieb in der Vertiefungen hängen.
00:13:04: Deswegen ist es ein Tiefdrückverfahren im Gegensatz zu den Holzmodeln.
00:13:09: Aber wie funktioniert das denn?
00:13:12: Wo kamen da die Farben her bei dieser Rolle?
00:13:16: Die wurde mit einer Art Gummivalze übertragen.
00:13:20: Also eine Art Gummiwalze dreht sich in einen Farbdruck, sodass die ganze Gummiwalze die Farbe übernimmt und sie dreht es dann ab auf der gravierten Walze so dass auch die gravierte Walze erstmal voll mit Farbe ist.
00:13:34: und dann kommt eine Rakel und streift die Farben ab, sodas ihr nur an den Vertiefungen hängen bleibt Und dann rollt sie sich auf dem Stoff ab und geht von den Vertiefungen die Farbe auf den Stoff an.
00:13:50: Ich stelle mir das sehr schwierig vor, dass gleichmäßig hinzukriegen?
00:13:57: Das ist eher umgedreht.
00:14:01: Der Tiefdruck oder das Rollodruckverfahren war das Gleichmäßigste und auch das Schnelleste wenn man so will.
00:14:12: mittelgroße Maschinen, wo man also mehrere Rollowalzen eingebaut hat.
00:14:15: Man wollte ja auch farbig drucken und die Rollowalten sind sozusagen eigentlich das E-Tipp für Kinderpräzision.
00:14:24: Ich kann sehr eine Figuren gravieren.
00:14:30: ich habe eine sogenannte Haschur, der Haschurs ist der Fachbegriff wie ich in die Tiefe der Walze eingraviere Und kann also auch wunderbare Halbtöne gravieren und extrem feine Linien gravieren.
00:14:45: Wie ich es eigentlich mit dem moderneren Rotationssiebdruck fast nicht schaffe, das war mittlerweile weiter entwickelt weil die Schablone immer feiner wurden.
00:14:53: aber im Grunde genommen ist der Rollodruck das präzisere Verfahren.
00:14:58: Das sind ja große schwere Walzen, die kann man gar nicht von Hand hochheben und die laufen natürlich mit hoher Präzision über den Stoff Und so ist es hier mindestens hundert Jahre lang gemacht worden.
00:15:11: Aber damit ist jetzt Schluss, was macht ihr denn jetzt?
00:15:13: Ja da ist ja schon seit über binzwanzig Jahren Schluss.
00:15:18: die letzte Rollo-Druckmaschine haben wir in den Neunzigern aufgeben müssen weil eben das Rollodruckverfahren aufwendig ist.
00:15:29: Die Rollowalzen sind teuer, die Gravuren dazu sind teurer.
00:15:32: Der Markt wollte immer mehr Design vielfalt Und dann fällt natürlich eine teure Krawur ins Gewicht und deswegen hat der sogenannte Rotationssiebtruck eben den Rollo-Druck dann abgelöst.
00:15:46: Das begann schon in den siebzigeren und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, da kam die erste Rotations-Siebtruckmaschine und der Rotation Siebtruck ist auch bis heute stand der Technik weltweit.
00:16:02: Zumindest wenn es um bestimmte Mengen geht.
00:16:05: Im kleinteiligen Geschäft gibt es natürlich jetzt den Digitaldruck.
00:16:08: Das ist sozusagen die jüngste technische Revolution, die wir Drucker erleben.
00:16:14: aber auch heute noch wird wenn es um Volumen geht überall auf der Welt mit dem Rotations-Siebdruck gedruckt.
00:16:22: Ich habe auch hier mal noch ein Modell mitgebracht.
00:16:26: das ist also so eine Rotation-Sieddruckwalze.
00:16:30: Die ist jetzt nur gekürzt weil das Modell eigentlich ist die zwei Meter weil sie ja über die ganze Stoffbreite drucken muss.
00:16:38: Wie wird er sich also über den Stoff so abrollen?
00:16:41: Und man kann es vielleicht erkennen, das Rötliche ist ein Lack und das Silbricke ist das Nickel Sieb!
00:16:50: In dem Fall sind eben einen Siebtrucksprich.
00:16:52: Die Farbe geht durch das Sieb.
00:16:53: Also die Farbe kommt in das Innere der Schablone rein und dann wiederum läuft eine Rakle im Inneren der Schablonen.
00:17:00: Die drückt die Farben durch das Nickel-Sieb auf den Stoffs.
00:17:05: Und da, wo Lack ist, kommt dann logischerweise keine Fahrräte rum.
00:17:08: Rundverpickst du normal?
00:17:09: Du hast eine
00:17:10: ganze Magikine
00:17:11: vorne da!
00:17:12: Ja... Das ist ne Katastrophe hier an.
00:17:16: Ich hatte das doch schon... Gibt's doch gar nicht lautlos gestellt.
00:17:19: Ich stöte es mal noch vor die Tür hier kurz.
00:17:21: Sehr
00:17:23: schön.
00:17:25: Mama mia, Entschuldigung dafür.
00:17:26: Okay, ist nicht schlimm, überhaupt kein Thema.
00:17:31: Kann ich das nochmal zu Ende aktuell nicht.
00:17:33: Also die Farbe ist im Inneren der Schablone, die Rakel rollt im Innerer der Schablonen ab und drückt sie dann durch das offene Sieb auf dem Stoff.
00:17:43: Und insofern haben wir drei Prinzipien den Hochdruck der Model, den Tiefdruck von der Rollowalze und den Siebtruck in der Rotationssiebtruckmaschine.
00:17:58: Also, und das sind diese Teile mit denen ihr heute auch immer noch arbeitet.
00:18:04: Richtig!
00:18:07: Wir drucken ja hier ungefähr vier Millionen Meter und ich sage mal zwei Drittel bis drei Viertel davon werden also im Rotationssiebdruck gefertigt und der Rest ist dann eben im Digitaldruck.
00:18:24: da habe ich auch ein kleines Das Modell mit, das ist zum Beispiel ein Druckkopf.
00:18:33: Mit der Farbe Turkeys muss ich noch die Turkeysene Tinte da dran.
00:18:37: Der ist ja mit so vielen feinen Düsen bestückt, dass sie so klein sind, dass man die nicht sehen kann.
00:18:42: Also selbst... Ja also mit Mühe, mit der Lupe kann man die Öffnungen sehen und hier brauche ich eben dann keine Krawur mehr.
00:18:53: Ich brauch nur die Datei, die die Maschine lädt Und dieser Druckkopf fährt natürlich immer über die Ware in so einem Scanning-Rhythmus und überträgt also dann die Tinte auf den Stoff.
00:19:06: Das ist sozusagen die jüngste und neueste Technologie, mit der man Textildruck machen kann!
00:19:13: Ich sehe jetzt gerade dieses Bild hinter dir – das sind ja Familienmitglieder, die sich früher schon mal mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.
00:19:24: Was würden die heute sagen, wenn du sagen würdest hier, guck mal so sieht das heute aus was ihr damals gemacht habt?
00:19:31: Ach also ich gehe davon aus dass auch damals man immer nach vorne geschaut hat und eigentlich versucht hat auf der Höhe zurzeit zu sein was technologische Entwicklungen angeht und da glaube ich, dass man das auch genauso sehen würde.
00:19:47: Man muss immer die jeweiligen Vorteile einer Technologie eben, eben berücksichtigen und danach ausspielen.
00:19:55: Und der Digitaldruck bringt einfach auch große Vorteile weil ich eine enorme Designvielfalt machen kann.
00:20:03: Ich bin nicht an eine Farbzahl gebunden.
00:20:05: bei Schablonen ist es ja endlich.
00:20:06: wir können also bis zu vierzehn Schablonen drucken aber im digitalen könnte man theoretisch hundert oder tausend Farben in ein Design einbringen.
00:20:15: das da also unbegrenzt Und man ist auch im Rapport unbegrenzt in der Schablone.
00:20:21: Brauche ich immer den Schablonenumfang, an dem ich mich halten muss und den digitalen kann ich ein Grunde genommen entlängern breite beliebige Rapporte darstellen.
00:20:32: Insofern bringt der Digitaldruck neue Freiheiten und neue designerische Vielfalt.
00:20:38: Das hätten sicher auch schon meine Großeltern und Urgroßeltern zu schätzen gewusst.
00:20:43: Die haben ja genauso sich mit Design befasst.
00:20:47: Im Frankfurter Heimatbuch ist ein Artikel von meinem Urgroßvater, der erzählt wir den Geschmack im Osmanischen Reich studiert hat.
00:20:59: Das ist nämlich ganz witzig.
00:21:01: damals, hat unser Betrieb in die Türkei exportiert werden ja heutzutage sozusagen Textilien vor allen Dingen den anderen Weg gehen und sehr viel aus der Türkeis nach Deutschland importiert werden.
00:21:11: Und es wurden also spezielle Kollektionen aufgelegt Um den Geschmack eben in Istanbul zu treffen und um dort Ware hinverkaufen zu können.
00:21:23: Und deswegen glaube ich, dass auch schon meine, mein Urgroßeltern das sind die hier hinten auf dem Gemälde sich mit solchen Themen auseinandergesetzt haben.
00:21:32: also im Grunde genommen ist es Kern unseres Geschäfts schon immer gewesen.
00:21:38: Das Design Thema.
00:21:40: bei Textildruck steht das Design Thema immer überall.
00:21:44: Aber ist es denn tatsächlich so, dass in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedliche Designs oder Farben oder so favorisiert werden?
00:21:55: Ja also die Geschmäcker sind definitiv von Land zu Land unterschiedlich.
00:22:02: Also wir erleben das auch wenn wir eben versuchen unsere Kollektionen zu vermarkten.
00:22:08: Natürlich ist unser wichtigster Markt Deutschland und wenn wir Design für Fashion entwickeln, dann versuchen wir natürlich den deutschen Geschmack zu treffen.
00:22:19: Und wir erkennen dass wir mit unserer Kollektion die für den deutschen geschmack gut ist auch sehr erfolgreich sein können in Spanien.
00:22:30: Wir können aber damit überhaupt nicht erfolgreich sein in Frankreich.
00:22:33: Der französische Geschmacks ist also definitiv deutlich anders und die Überschneidungen gering.
00:22:41: Auch nach England ist die Überschneidung nicht ganz so groß, aber wir hatten eigentlich bis der Brexit kam auch ein ganz gutes Englandexportgeschäft.
00:22:50: Da mussten wir aber auch ein bisschen designerisch uns drauf einrichten damit man sozusagen den britischen Geschmack trifft.
00:22:58: Und man kann also wirklich sagen dass sie verschiedenen Länder auch verschiedene geschmackliche Schwerpunkte haben.
00:23:04: das ist eindeutig so.
00:23:06: Aber worauf stehen die Leute denn in Frankreich?
00:23:09: Also gibt es da irgendetwas so Spezielles, was sie haben wollen?
00:23:14: Ja also speziell.
00:23:16: Es ändert sich ja auch jede Saison aber ein Unterschied ist schon im Frankreich braucht man mehr kleinen rapportige Muster.
00:23:24: In Deutschland hat man auch öfters Großrapportikeln
00:23:28: Also großflächen?
00:23:30: Ja, manchmal ein bisschen riesengroß.
00:23:32: Wir hatten ja auch einige Saisons wo die Designs riesengros wurden und in Frankreich habe ich das aber nie gesehen.
00:23:42: also da sind mehr die Minimals relevant.
00:23:46: also da hat man auch ein Großflächeskleid unter Umständen eher mit einem Minimal bedruckt als jetzt mit einem groß verportlichen Design.
00:23:54: Ich kann mir verstellen, was du meinst.
00:23:57: Bevor wir uns jetzt gleich mal angucken, wie geht es eigentlich mit diesen Drucktechniken?
00:24:02: Lass uns doch mal ein bisschen über Verede durchsprechen!
00:24:06: Was müsst ihr machen und was müssen die vorbereitenden Gewerke machen damit ihr gut arbeiten könnt?
00:24:14: Ja also das Thema Textildruck wird immer sehr stark unterschätzt.
00:24:20: Manche denken das ist wie Papierdrucken.
00:24:21: Ich leg mein Papier ein und drück auf den Knopf, dann ist es fertig!
00:24:26: Und so ist es eben bei Weitem nicht.
00:24:29: Wir haben am Schluss einen Textil eine Baumwolle oder eine Zellulose.
00:24:33: also wir sind in der Regel baumwolllastiger Betrieb.
00:24:35: Drogen zwar auch andere Substrate aber Baumwollen ist das häufigste.
00:24:40: Und wir wollen ja auch dass die Farbe hält auf dem Stoff.
00:24:44: Das heißt die Farben braucht eine Bindung zur Baumwolle oder zur Zellulose.
00:24:51: Und so eine Bindung fällt nicht vom Himmel, ja?
00:24:53: Da fällt mir gerade ein wir waren bei nun das sind ja praktisch Nachbarn von
00:24:58: uns.
00:24:58: Das ist einer unserer wichtigsten Partner hier in der Region richtig.
00:25:01: An dieser Stelle viele Grüße an die Leute von nun.
00:25:05: Wir haben gerne bei euch und da haben wir gesehen dass die frisch gestrickten Jerseys Da hat uns der Stricke Reimeister, ne ich weiß nicht.
00:25:20: Der heißt bestimmt irgendwie noch anders.
00:25:21: Er hat uns das gezeigt er hat gesagt so wie dass jetzt gerade aus der Maschine kommt nimmt das noch gar nichts an.
00:25:28: Das heißt es muss erst noch veredelt werden und der hat da Wasser drauf gekippt und das herrlte davon richtig ab.
00:25:34: und so stelle ich mir vor würde das auch mit der Farbe gehen oder?
00:25:38: Ja das ist richtig.
00:25:39: also nun ist ja ein... Betrieb dabei, das unter einem Dach vereint.
00:25:44: Die sind also Strickerei, machen aus einem Faden eine textile Fläche, sprich ein Jersey und sie sind auch veredlern.
00:25:54: Das heißt wenn die Ware von der Strickmaschine kommt dann ist sie so wie du das beschreibst eben noch gar nicht gebrauchsfähig.
00:26:03: Sie hat normalerweise Präparationen auf den Gamm deswegen Pelt und Umstände Wasser oder Farbe ab.
00:26:10: Sie muss dann noch entsprechend veredelt werden.
00:26:14: Wenn es sich um ein Üdi dreht, würde nun die Ware zum Beispiel bleichen und nach der Bleiche eben färben.
00:26:23: Und wenn die Ware gedruckt werden soll, dann muss sie genauso gebleicht werden und wieder eingetrocknet werden auf einem Spannrahmen damit wir die Ware drucken können.
00:26:35: Das heißt, die Vorschufe vor unserem Druckprozess ist immer der Vorbehandlungsprozess.
00:26:40: Und im Falle von Jersey machen wir den nicht selbst sondern es wird zum Beispiel bei nun für uns gemacht.
00:26:46: Wir kaufen also dann von nun vorbehandelten Jersey ein und das heißt eben immer erst vorveredelt sprich gebleicht und gespannt und wir kriegen denn dann auf großen Kaueln das sind da so zwei tausend Meter auf einem Stück Und das ist dann eben die Aufmachungsform, wie wir es an die Druckmaschine nehmen können.
00:27:07: Aber das ist ja irgendwie gelebte Regionalität oder?
00:27:11: Also ich meine alle sagen Wir wollen nicht dass unsere Stoffe so weite Wege machen.
00:27:17: Wir wollen wir wollen regional produziertes.
00:27:19: ihr macht das Ja
00:27:21: also viel regionaler geht's nicht mehr.
00:27:23: da hast du recht das in der vielleicht eine viertel stunde auseinander Und da kann jeden Tag der Lkw rüberfahren und wir tun ja auch sehr viel.
00:27:32: Nun war hier in der Tat Drucken ist vielleicht sogar die größte Menge überhaupt, natürlich gibt es noch andere Quellen aber das ist ein ganz wichtiger Partner von uns.
00:27:42: Natürlich sind wir sehr froh und dankbar dass wir jemandem wie nun wieder in der Region haben.
00:27:47: denn du sagst richtig nicht?
00:27:49: Die kurzen Wege sind natürlich einfach ein Vorteil.
00:27:52: Und das andere Extrem ist, wenn die Ware aus anderen Erdteilen in irgendwelchen Containern monatelang über die Welt mehrere geschippert werden muss.
00:28:03: Da ist natürlich dann der Weg lang und man muss ein halbes Jahr vorher wissen was man vielleicht irgendwann mal braucht.
00:28:10: Wenn wir hier mit nun zusammenarbeiten kann man ganz anders reagieren auf die Bedarfe die man hat und hat da wirklich einen kurzen Weg.
00:28:20: Warte mal, ihr könntet das tatsächlich so machen dass ihr sagt wir brauchen jetzt ein Diskurs der Jersey für nächste Woche.
00:28:28: So sieben Kaueln oder sowas und dann machen die das für euch.
00:28:33: Ja richtig, also natürlich hat auch nun bestimmte Durchlaufzeiten und die brauchen ja auch wieder einen Garm, dass sie verstricken können.
00:28:39: Also man muss auch noch die Vorvorstufe nicht ganz aus dem Auge verlieren.
00:28:44: Aber in aller Regel hat man bestimmte Standartgarnähern, bestimmte Standardartikel dann hat da immer was in der Pipeline Und wenn man vorher entsprechende Vereinbarungen getroffen hat zum Beispiel ein Kontakt über einen bestimmten Artikel dann ist es in der Tat unter Umständen möglich, dass man kurzfristig abruft und nun entsprechend vorhält oder eben kurzfristigt produziert um dann auf Bedarfe zu reagieren.
00:29:13: Und das geht tatsächlich in schnellem Zeitabläufen und nicht vergleichbar wie wenn die Ware aus anderen Urteilen kommen muss.
00:29:21: Ja kann ich mir vorstellen!
00:29:22: Ich meine es ist natürlich auch ein Kostenfaktor wenn das Gott weiß woher transportiert werden muss.
00:29:30: Das muss ja auch bezahlt werden irgendwie und die Stoffe müssen ausgerüstet werden, damit sie unterwegs keinen Schaden nehmen.
00:29:36: Also das ... Die werden dann auf gewisse Art und Weise haben die Apparaturen oder so was, damit da nicht irgendwelche Tierchen drin leben.
00:29:47: Richtig es gibt doch manchmal Schimmelschäden.
00:29:50: wenn Ware aus Asien im Container kommt ist so ein typischer Fall.
00:29:56: Jetzt ist es bei uns so, Jossys haben wir eigentlich wenig aus Asien.
00:30:01: Das ist bei Geweben ein bisschen anders.
00:30:02: Es gibt eben gar nicht mehr wirklich Wehbereien in Deutschland oder in Mitteleuropa die jetzt bestimmte Standards weben.
00:30:12: Ein typisches Beispiel ist Bettwäsche-Sattingen und das sind reine Baumwolle.
00:30:16: Das webt meines Wissens in deutschen Wort niemand mehr.
00:30:19: Das is natürlich dann eine typische Importartikelin.
00:30:23: Wir sind froh, dass es beim Jersey nicht so ist.
00:30:25: Dass es also noch eine leistungsfähige Jersey-Industrie in Mitteleuropa gibt mit nun ganz vorneinander Spitze und dementsprechend war eben nichts auf die langen Gesundheit, auf die lange Container Transporte warten müssen.
00:30:43: Und da ist das schon so nicht.
00:30:45: im Grunde genommen muss man sagen was die Kosten angeht.
00:30:50: So ein Containern kostet nicht allzu viel, wenn der von China nach Europa kommt und es geht relativ viel rein.
00:31:02: Deswegen ist meistens die Importware trotzdem noch weissgünstiger als wenn man in Europa produziert.
00:31:07: aber wir sind natürlich lieber bei uns in der Heimat unterwegs und sind froh, wenn wir hier unsere Netzwerke haben.
00:31:16: Habe ich mir gut vorstellt?
00:31:18: Sorry!
00:31:22: Das heißt, wie müssen die Shoppe vorbereitet werden?
00:31:27: Also der klassische Vorbehandelsprozess heißt... Die Ware muss gepleicht sein und muss gespannt sein.
00:31:39: Spannend heißt sie muss auf ein bestimmtes Gewicht oder eine bestimmte Breite eingestellt sein da Und dann wird sie eben auf diese Kaueln aufgemacht und in dieser Form können wir sie an die Druckmaschine nehmen
00:31:56: Das heißt, das wird abgerollt.
00:31:58: dann und auf die... Also die Kaule kommt bei euch an.
00:32:04: Und was passiert da?
00:32:05: Genau!
00:32:06: Die KauLE kommt bei uns an, die kommt dann so auf ein Gestell.
00:32:10: Und die fahren wir direkt an die Druckmaschine.
00:32:12: Die Druckmaschine hat einen Waren-Einlass.
00:32:16: Da wird die Ware abgezogen.
00:32:21: Der Kern der Druckmaschin ist die sogenannte Druckdecke auf der Druckdecke.
00:32:26: Das ist so eine umlaufende Kunststoffbahn, wird das Stoff aufgeklebt und daraus drehen sich dann die Schablonen ab und dementsprechend wird also der Stoff von der Kraule runtergezogen über das Einlass gestellt und dann auch die Druckdecken aufgekleben läuft unter den Schablonen durch.
00:32:46: Die Schabloon geben die Farbe ab Und hinten wird es von der Druckdecke wieder abgezogen und geht dann in den Trocknern, weil die Farbe ist natürlich nass.
00:32:54: Und das heißt, die Ware muss dann natürlich eingetrocknet werden, dass die Farben dort bleibt wo sie sein soll.
00:32:59: Als wir bei euch waren... Ich habe mich eben verschluckt bis ich...
00:33:03: Ja, ich hab's mitgekriegt ja!
00:33:04: Habe ich mir ein bisschen komisch angehört.
00:33:07: Als Sie bei euch war, da sah das zum Teil ein bisschen aus wie in der Hexenküche denn?
00:33:13: Da waren Richtig, also genauso wie ich mir das vorgestellt habe.
00:33:19: Ich war noch nie in der Textildruckerei, aber da war es wirklich so dass da unterschiedliche große Farb einmal waren mit mit Farben als leuchten bis rot und gelb und grün.
00:33:32: Da waren dann Schläuche drin.
00:33:36: die Farbe ist doch so oder rausgesaugt haben wurde die irgendwie in die Maschine eingespeist.
00:33:47: Richtig, also der Witz ist beim Rotationssieddruck.
00:33:51: da drückt man mit Schmuckfarben während man im Digitaldruck so wie bei Papier eben in CMYK druckt also mit schwarz magenta gelb und zianos sprich türkis.
00:34:05: allerdings hat man ein Textil dann noch weitere Tinten damit wir den Farbrahm komplett erschließen kann das also eine rotinnte oder blaue tinte dabei.
00:34:14: Aber im Rotationszug mische ich jede Farbe, das heißt wenn ich jetzt eine Blüte drucken will und die Blühte besteht aus rot-, mittelrot- und hellrosa oder so dann brauche ich auch drei Schablonen und ich mische also eine farbe rot und eine farbemittelrot und einefarberosa und dementsprechend habe ich also eine Farbküche in der ich die verschiedenen Rezepturen verwalte.
00:34:42: Und dann habe ich eben für die Farbe rot eine Rezeptur mit viel Rotfarbstoff und für die farbe rosa eben einer Rezeptour, mit wenig Rotfarbstoff.
00:34:53: Das ist dann wie die Hexenküche, die du gerade beschrieben hast.
00:34:57: bei manchen Farbstoffen machen wir das auch noch von Hand, die jetzt Spezialitäten sind.
00:35:01: ansonsten gibt es dafür einen Automaten haben also eine automatische Farbküche.
00:35:06: das sind die ganzen Farbstoffe drin vorgehalten und je nach Rezeptur wird dann also der farbstoff in des fast so siehert.
00:35:16: Und da kommt eben eine bestimmte Menge vom einfarbstoffen vom anderen farbstoch, um vom dritten farbstopf hinzu.
00:35:22: meistens sind es sogenannte Trikromien weil man immer mit drei Farbstaffen eigentlich dann ein Feld abdecken kann.
00:35:30: Der Colorist entscheidet über die Rezeptur und muss natürlich gucken, dass er die gewünschte Farbe trifft.
00:35:38: Und dann mischt die Anlage die Farbe, anschließend wird es dann gerührt, damit das homogen ist.
00:35:43: Ja, und dann kommen drei Farbfässer raus in rote, sind mittelrotes und rosanes.
00:35:48: Die gehen dann so an die Druckmaschine.
00:35:51: Wenn das da noch höherfarbig ist, ich noch grüne Blätter habe einen blauen Hintergrund, dann sind uns entsprechend viele Tötsche.
00:35:58: Also man kommt auch schnell mal auf zehn oder zwölf haben, wenn es ein entsprechend aufwendiges Dessent ist.
00:36:04: Und dementsprechend tut die Hexenküche also dann auch zehn oder Zwölf Zöpfe zusammen mischen, die dann in dieser Form an die Druckmaschine
00:36:11: müssen.".
00:36:12: Aber das ist nicht so dass der Colorist oder die Coloristin, dass das so ein Glücksspiel ist?
00:36:18: Dass man dann denkt, ich hab heute irgendwie einen pink verhabenen Tag!
00:36:22: Ich mach mal noch mehr Pink rein und so läuft's nicht.
00:36:26: Also nicht mehr.
00:36:28: Meistens ist die designerische Entwicklung im Digitalen und wenn wir dann auf die Schablone gehen, dann versuchen wir in der Regel das zu reproduzieren was man vorher schon mal digital abgemustert hat.
00:36:42: Früher war es schon so da der Colorist unter Umständen auch die Farbe entfass angeguckt.
00:36:47: Du hast gesagt ach nee, willst gerne nochmal ein bisschen blauer.
00:36:54: Und theoretisch klingelt es heute auch noch so.
00:36:57: Aber in aller Regel, auch wenn ich jetzt gleich rotativ drucke, dann sitzt der Colorist eben oder die Coloristin nicht mehr in der Farbküche und guckt in den Topfbeinen sondern die sitzen am Rechnern und entwickeln ihre Rezepte am Rechner und haben natürlich eine große Erfahrung mit welchen Rezepten sie zu welchem Ergebnis kommen und haben auch ein Simulationsprogramm was ihnen umständen auch so eine bestimmte Farbe eine Rezeptur vorschlägt.
00:37:26: Also die fangen da nicht bei Null an, sondern die haben dann natürlich zum einen Fundus an Farben, die sie schon mal gehabt haben und dann aber auch Hilfen wie selbst so einer Rezeptor kommen können.
00:37:38: Du sag mal wenn man so ne Farbe, ne gemischte Farbe am Wildschirm sieht?
00:37:44: Dann ist sie ja wahrscheinlich auf dem Stoff sieht ihr doch ganz anders aus und wahrscheinlich auch auf unterschiedlichen Stoffen ganz unterschiedlich oder?
00:37:52: Ja das ist richtig.
00:37:54: Also im Grunde genommen unterscheidet sich ja jede Stufe etwas.
00:37:58: Ich habe meine Farbe am Bildschirm, die sieht vielleicht anders aus wie wenn ich jetzt mein CAD-Ausdruck mache auf Papier und das sieht wieder anders aus, wenn ich dann digital drucken auf einer Baumwolle und da sieht wieder alles anders aus als wenn ich digital drucke auf eine Vistose.
00:38:14: und das ist wieder alles anderes aus Wenn ich am Schluss mit Rotation druckte und eine farbe Nische um es dann mit Rotations zu druckten besteht eben darin, dass dieses Anders-Aussehen möglichst gering ist.
00:38:26: Dass es natürlich möglichst immer gut einander entspricht und das ist natürlich auch ein Thema den sich jeder Drucker stellen muss.
00:38:35: Sprich wir arbeiten mit kalibrierten Bildschirmen.
00:38:39: Das heißt die Farbe Rot sieht dem an unserem Bildschirm so aus wenn jemand anderes einen anderen Bildschurm hat der eventuell nicht kalibriert ist sieht's bei dem eben anders aus.
00:38:48: Und wir arbeiten auch mit kalibrierten Papierdruckern für die CAD-Ausdrücke, die wir immer machen um das erst mal beurteilen zu können.
00:38:56: Auch die müssen natürlich darauf abgestimmt sein.
00:38:59: und die größte Kunst ist dann im Digitaldrucker.
00:39:02: da macht man sogenannte Profilierungen und die muss man für jeden Artikel eigentlich extra machen und mithilfe dieser Profilierung will man erreichen dass dann eben die Farbe auch wieder so aussieht wie sie aussehen soll weil am Schluss will der Kunde natürlich gerne die Farbe, die er sich vorher vorgestellt hat dann auch auf dem Stoff wiederfinden und deswegen muss diese ganze Kette aufeinander abgestimmt sein.
00:39:29: Ja kann ich mir vorstellen jetzt hast du ja gesagt es wird eingespannt das wird bedruckt das kommt dann irgendwann raus und muss erstmal
00:39:41: trocknen.
00:39:42: Jede Druckmaschine hat einen Trockner denn ich muss sofort trockenen sonst verläuft nicht der Druck oder wenn ich ablege, dann würde der Druck auch abflecken.
00:39:50: Also der Trockner gehört gleich direkt zur Druckmaschine – das passiert simultan!
00:39:55: Aber damit ist es natürlich noch lange nicht zu Ende und dann beginnt eigentlich erst der ganze Veredelungsprozess.
00:40:03: Und da muss ich vielleicht nochmal ein bisschen auf die Farbstoffe abheben Baumwolle reden, dann gibt es eigentlich zwei grundsätzliche Möglichkeiten wie ich Baumwollen bedrucken kann.
00:40:16: Was den Farbstoff angeht?
00:40:18: Ich kann das entweder pigment betrücken oder ich kann es reaktiv bedruckten.
00:40:25: An die Begriffe erinnere ich mich... Das hast du nämlich schon mal gesagt!
00:40:29: Genau und das ist so mein Steckenpferd, das erzähle ich natürlich immer gerne Und man kann das auch ganz anschaulich eigentlich Erklären, denn das Wort Pigment spricht schon für sich.
00:40:42: Das ist eben ein Farbkirnchen, sagen wir mal wie einen Sand kommen und es hat eine Farbe wegen mir blau.
00:40:49: Und dieses farbkirmchen klebe ich auf die Baumwolle.
00:40:54: Und das natürlich winzig bleibt!
00:40:55: Ich kann das nicht sehen.
00:40:56: als Kirmchen und dementsprechend gibt es dann der Baumwulle seine Farbe.
00:41:02: Wenn ich also Pigment druckle, bin ich eigentlich nach dem Druck Prozess schon fast fertig.
00:41:09: Ich drucke also das Pigmentkörnchen auf die Baumwolle, trockne es ein und dann braucht es noch einmal Temperatur.
00:41:16: Das könnte ich eigentlich auch mit einem Bügeleisen machen und dann kondensiert noch der Kleber den ich mit drucken.
00:41:23: Der Fachbegriff heißt Bindo und dann wird er klebrig mit der Temperatur und dann ist das Körncheln an die Baumwelle angeklebt und hält dann hoffentlich möglichst gut dabei.
00:41:34: Man merkt aber auch gleich, was die Nachteile des Pigmentdrucks sind.
00:41:38: Einmal ist ein Nachteil des Pigments druckster Griff.
00:41:41: Diese Körnchen vor allem bei dunklen Farben, die spüre ich eben.
00:41:45: Die machen die Ware etwas härter und ströder im Griff.
00:41:50: Und der andere Nachteid ist das natürlich die Waschbeständigkeit nicht unendlich ist.
00:41:54: Das heißt, dass Körnnchen, was sich auf die Baumwolle geklebt hat, wenn ich da intensiv wasche, dann geht halt auch wieder eins mal flöten.
00:42:01: Dann sieht der Druck verwaschen aus!
00:42:04: Deswegen ist das Pigment-Verfahren sozusagen das einfache Verfahren und auch das preislärtere Verfahren, aber hat eben auch diese Gebrauchsnachteile richtig, dass es irgendwo verwaschen aussieht.
00:42:18: Und eben der Griff härter ist.
00:42:22: Das Gegenstück zum Pigment ist dann der Reaktivdruck.
00:42:27: Da spricht schon wieder das Wort eigentlich aus, worauf's ankommt.
00:42:32: Beim Reaktivdruck habe ich eben kein Törnchen, sondern nur ein Farbstoffmolekül.
00:42:38: Das kann ich natürlich nicht erfüllen – das ist ja als Molekül unendlich klein und ich drücke also dieses Farbstofmolekul auf die Baumwolle und jetzt ist es an der Baumwuelle muss aber mit der Baumwelle reagieren.
00:42:55: deswegen Reaktiffarbstoff!
00:42:58: Und das ist eben nach der Druckmaschine noch nicht passiert.
00:43:02: würde ich die Ware nach der Druckmaschine waschen, dann würde ich sie wieder runterwaschen und dann wäre der Druck zum größten Teil wieder weg.
00:43:10: Und deswegen habe ich einen relativ auswendigen Nachveredlungsprozess.
00:43:15: Der nächste Prozestschritt ist also das Dämpfen.
00:43:18: Ich brauche einen sogenannten Hengeschleifendämpfer und das ist nichts anderes als ein großer Kasten wo die Ware zwölf Minuten drin verweilen kann und der eben mit reinen Dampf gefüllt ist.
00:43:30: und dann reagiert Dieser Farbstoff mit der Zellulose, er ist dann also an die Baumwolle gebunden und dann geht er nicht mehr runter.
00:43:39: Dann tut man eher die Baumwelle kaputtwaschen als dass der Farbstopf dort wieder weggeht.
00:43:44: Also das wird nicht Chemie oder so was wodurch das reagiert?
00:43:50: Also Chemie Wasser und Hitze ist ja Chemie eigentlich aber es sind irgendwie noch mal extra Stoffe, die da drauf einwirken sondern das ist wirklich nur Damm
00:44:02: Es ist nur Dampf.
00:44:03: Also Dampf würde man ja jetzt nicht als Chemie bezeichnen, also ich brauche das Dampf... Ein
00:44:08: chemischer Prozess oder irgendwie
00:44:10: so.
00:44:10: was kennst du
00:44:11: damit nicht?
00:44:11: Das
00:44:11: ist eine chemische Reaktion.
00:44:13: trotzdem!
00:44:13: Der Farbstoff reagiert mit der Baumwolle an den sogenannten Wasserstoffbrücke und dann hält er da und dann ist eben auch entsprechend Wasch echt.
00:44:25: Wir müssen die Ware nach dem Dämpfen noch auswaschen weil den Farbstoff komplett fixiert kriegt, man hat eine bestimmte Fixierausbeute und das heißt im Umkehrschluss ein paar farbstoff.
00:44:36: Moleküle haben sich eben nicht an die Baumwolle gebunden.
00:44:39: Und damit das Textil nicht später in der Haushaltswäsche ausblutet und da für Rosa Unterwäsche sorgt wird die Ware natürlich bei uns dann nochmal gewaschen und auch noch sehr lang.
00:44:51: also wir tun über eine halbe Stunde kochen auf der Ware Und dann ist eigentlich die Gebrauchseigenschaft perfekt, dann blutet da nie wieder was aus.
00:45:00: Dann ist die Farbe an der Baumwolle und ich habe die Brillanz, die ich haben will und hab auch die Echtheiten, die gewünscht werden.
00:45:10: Das ist eben das Gegenstück zum Pigmentdruck.
00:45:13: Bei Reaktivdruck habe ich die schönere Brillanz und den weicheren Griff und die bessere Waschbeständigkeit.
00:45:20: Wer ist teurer?
00:45:22: Der Prozess ist eben fast doppelt so lang, deswegen ist der Reaktivdruck teurer.
00:45:28: Deswegen muss man sich entscheiden welche Eigenschaften man eben wünscht und bei uns hat sich das eigentlich sehr stark gedreht.
00:45:38: also vor zwanzig Jahren waren wir noch zu achtzig Prozent Pigment Drucker und heute sind wir eigentlich zu weiß ich nicht zu neunzig Prozent Reaktive Drucker.
00:45:48: Wir bedienen in der Regel eben doch den gehobenen Standort.
00:45:53: Unsere Kunden verkaufen ja jetzt nicht billig, das kann niemand im Mitteleuropa und dann müssen natürlich auch die Eigenschaften akzeptiert sein.
00:46:04: Das heißt es soll ein nachhaltiges Textil sein an dem man lange Freude hat.
00:46:09: Also ihr verkauft.
00:46:10: ich weiß nicht ob man die Namen sagen darf aber ihr produziert auch für sehr große Fashion-Marken?
00:46:17: Wichtig, also sowohl in der Mode- und Fashionbereich als auch in der Wäsche oder in der Bettwäsche tun wir es für große Marken drucken.
00:46:25: Da sind wir auch froh drum, davon leben wir an erster Linie.
00:46:29: Und da ist durchweg eigentlich Reaktivdruck nachgefragt.
00:46:33: Da haben ja eigentlich fast keine Pigmentgeschäfte mehr.
00:46:37: Aber die geben das natürlich bei euch in Auftrag weil sie wissen ihr macht das... Besonders gut und ihr stellt das, ich stelle besonders wertige Textilien her oder macht bedruckt ist besonders wertig.
00:46:50: Ja also wir sind jetzt sicher nicht der einzige Reaktivdrucker auf der Welt.
00:46:54: in Deutschland hat sich schon ganz schön ausgedünnt.
00:46:56: da ist es eigentlich in der Tat so dass das nicht mehr so viel Druckereien gibt die dieses Profil abbilden wie das bei uns der Fall ist.
00:47:06: Und ja, natürlich wollen die die Gebauseigenschaften haben nicht und deswegen wird eben dann auch das entsprechende Verfahren für die angewendet.
00:47:17: Ist das was ihr wahrnehmt dass du dieses Interesse zumindest wieder so aufkommt?
00:47:24: Dass die Leute sagen wir wollen gar nicht mehr aus allen Ecken der Welt Textilien haben sondern wir wollen gerne Vielleicht in Deutschland gedruckt wird oder dass der Jersey in Deutschland gestrickt wird, oder sowas.
00:47:41: Wird es wieder wichtiger werden?
00:47:44: Beobachten wir schon eine gewisse Veränderung?
00:47:48: allerdings hat nur das auch schon vor ein paar Jahren.
00:47:53: Das ist jetzt nicht ganz neu.
00:47:55: aber das Bewusstsein, dass die textile Kette hier tragen muss und Ein Vorteil ist, wenn wir hier auch in Deutschland oder in Mitteleuropa ein textiles Netzwerk haben wo man entsprechende Produkte darstellen kann.
00:48:09: Das ist in der Tat wieder gewachsen.
00:48:10: das würde ich schon so sehen.
00:48:13: aber es gilt natürlich nicht für alle.
00:48:14: Es gibt natürlich auch Firmen die sehr reißsensibel sind sodass das für die dann ein nachrängiges Argument ist und es gibt Firmen größeren Wert drauflegen, da kann man nicht alle über einen Kamm schären.
00:48:31: Aber wir leben natürlich sehr stark von Kunden die das wertschätzen.
00:48:37: Ja, kann ich mir vorstellen aber bei euch könnte man wenn man ein Stoffladenwert zum Beispiel wie könnte man davon euch profitieren?
00:48:48: Wenn ein Stofladen auf euch aufmerksam würde und vielleicht eigene Designs drucken will oder du hast gesagt, ihr habt selber ganz viele Designs auch im Fundus.
00:49:00: Ja ja haben wir einen sehr großen Fundus.
00:49:02: ich sage mal über die Jahrzehnte passiert das ganz automatisch.
00:49:05: wenn man jedes Jahr mehrere hunderte Designs entwickelt dann ist nur nach zehn Jahren schnell bei mehreren tausend Designs und ich weiß gar nicht wie groß unser Fundus ist.
00:49:16: irgendwas zwischen zehn und zwanzig Tausende würde ich mal setzen.
00:49:20: Also dort haben wir natürlich, da können wir aus den Vollen schöpfen und man könnte das natürlich auch abbilden und gucken wie jemand dort etwas findet.
00:49:31: Aber es gilt natürlich genauso auch der umgedrehte Weg.
00:49:34: Wir beobachten sehr viel dass Menschen eigenkreativ sein wollen oder dass manche Designer ihre Eigenkreation auf den Stoff legen wollen und natürlich drücken wir dort dann auch gerne Äh, die Kundenvorstellungen, die sich dort ergeben.
00:49:52: Warte mal also wenn wir jetzt irgendwelche Nähverrückten wie Siner Influencer Content Creator hätten und die sagen würden ich möchte gerne jetzt zehn Meter von diesem karierten Stoff oder in dein Martina Druck oder keine Ahnung könntet ihr so was machen würdet ihr sowas tut?
00:50:11: Ja also grundsätzlich haben wir dafür noch eine extra Platzform, die Textilio-Plattform.
00:50:15: aber wir bilden solche Dinge ab Und wir können das eigentlich abgestuft machen.
00:50:20: Es kommt immer darauf an, in welchen Range es reinpasst ob es dann zehn Meter pleiten oder ob dann auch nach fünfzig Meter draus werden.
00:50:30: Das Industriegeschäft fängt für uns normalerweise dann so bei zweihundert oder dreihundert Meter an aber wir bedienen auch die Bereiche darunter und ich glaube auch dass es für die Zukunft noch eine größere Rolle für uns spielen wird.
00:50:43: Weil das hat ja auch was mit euren Abwölfen im werk zu tun.
00:50:49: ob man jetzt ein kleines das ist ja viel mehr aufwand ob man eine kleine.
00:50:54: Portionstoff also nennt man das Portion ist mir jetzt auch egal oder ob man so riesen kauen in autobahnlänge bedruckt.
00:51:07: Also es ist natürlich ein kalkulatorischer Unterschied, ob ich jetzt tausend Meter drucke wie im Industriegeschäft, weil ich typisch oder habe ich jetzt fünfzig Meter oder zwanzig Meter drucke.
00:51:17: Aber das Entscheidende ist eigentlich dass es eine Grundqualität ist die bei uns läuft.
00:51:26: wenn ich jetzt also einen sagen wir mal einen Single Jersey drucken und der liegt bei uns vor und ich kann verschiedene Aufträge darauf kumulieren habe eben dann, was weiß ich vielleicht, zehn oder zwanzig Designs von vielleicht auch verschiedenen Kunden und kommen damit eben dann auch auf sagen wir mal drei Hundert mehr oder so.
00:51:50: Dann funktioniert das auch in der Produktion, dann ist es auch entsprechend rationell und deswegen brauchen wir ein bisschen die Bündelung von solchen kleinen
00:52:01: Betragen.".
00:52:02: Das heißt, man kann das dann nicht so leicht machen.
00:52:05: Wenn jetzt jemand kommt mit seiner Spezialqualität und will davon nur fünf Meter drucken, da wird man scheitern.
00:52:11: Aber wenn es eben ein Standardartikel bei uns ist aber sein ureigenstes Design und der Artikel läuft in der Produktion, dann kann man sehr gut mit unterwegs sein und abhilden.
00:52:23: Es ist ja auch irgendwie spannend finde ich!
00:52:25: Also sind ja viele Leute im Nähebereich auch sehr kreativ.
00:52:29: vielleicht erreichen wir heute jemandem der mal Bock drauf hat sich bei euch was drucken zu lassen und dann sein stopp unter die menschen zu bringen.
00:52:37: ich bin da sehr gespannt.
00:52:39: aber man könnte bei euch auch wirklich werden wenn man in den online shop geht ihr habt einen also ihr habt ein werksverkauf.
00:52:48: Also man kann nach frankenberg fahren.
00:52:50: es lohnt sich ja sowieso mal in die gegend von chemnitz zu fahren weil das einfach ist wie so.
00:52:54: textilstaat ne?
00:52:57: Ja, das kann man mittlerweile fast zu sagen.
00:52:58: Nee,
00:53:00: Kulturhauptstadt!
00:53:01: Ja ja, kennen wir es als Kulturhauptstadt aber ein bisschen ist es vielleicht auch sogar Textilhauptstadt zumindest wenn man die Region beprachtet.
00:53:08: Also
00:53:08: da sind uralte riesengroße Textilfabriken, die jetzt irgendwie umgestaltet worden sind, ungewittmet worden sind praktisch wo andere Sachen drin sind.
00:53:20: Aber ich finde die ganze Region atmet noch diesen Geist.
00:53:26: Ja, das glaube ich ist wirklich so.
00:53:28: Also Chemnitz ist ja auch in der industriellen Revolution richtig explodiert.
00:53:34: Das ist ja vom Dorf zur Großstadt in ganz kurzer Zeit gewachsen und da spielte die Textilindustrie eine große Rolle.
00:53:41: aber nicht nur die Textile Industrie es gab ja auch Automobilindustrie und es gab Maschinenbau und alles möglich wurden nach Lokomotiven gebaut im Chemnett.
00:53:48: Es war also eine pulsierende Industriestadt Und das Textile war auf jeden Fall eigentlich der Vorreiter für viele andere Industrien.
00:54:00: Das ist sozusagen auch der älteste Bereich.
00:54:04: Der Maschinenbauer hat darauf draufgesattelt, kann man sagen.
00:54:08: Also ich war erstaunt wie viele Maschienen bei euch im Betrieb sind?
00:54:14: Ich habe ja keine richtige Vorstellung davon aber es ist ein Riesenbetrieb mit einer riesen Maschine dann in nächster Raum wieder noch eine andere, die eine andere Geräusche macht oder keine Ahnung.
00:54:30: Also da sind wir auch wieder bei dem Thema dass es unterschätzt wird.
00:54:34: also eine Rotations-Sieddruckmaschine ist sage ich mal zwanzig, fünfzwanzig Meter lang.
00:54:40: das ist also nichts.
00:54:41: was muss sich auf den Schreibtisch stellt ein Spannrahmen der ist vielleicht dreißig Meter.
00:54:48: Wir haben jetzt bei uns drei Rotations-Siebdruckmaschinen und zwei Spannrahmen, da ist gleich mal eine ziemliche Fläche mitbelegt.
00:54:54: Und dann hatten wir ja vorhin schon erläutert das der Ausrüstungsprozess natürlich auch noch weitere Anlagen erfordert, sprich den Dämpfer und die Wäscherei... Auch die Wäscherei ist bei uns bestimmt, ah weiß gar nicht, zwanzig dreißig Meter lang.
00:55:11: So füllt sich sozusagen die Fläche.
00:55:13: Man kann sich bei uns verlaufen, zumal wir eben ein historisches Gebäuer sind wo es auch ein bisschen unübersichtlich ist und der lange Prozess erfordert natürlich auch Durchlaufzeiten.
00:55:25: deswegen wundern sich manche warum ich nicht heute weg schicken kann was ich heute früh gedruckt habe.
00:55:31: Kann ich eben nicht weil ich's dann eben noch dämpfen und waschen und ausrüsten muss und dementsprechend läuft die ganze Ware durch den Betrieb durch.
00:55:40: Deswegen sieht man auch überall Ware stehen, denn ich brauche natürlich immer Puffer zwischen den einzelnen Maschinen abschnitten und muss es auch immer wieder unter Umständen neu sortieren damit das technologisch zusammenpasst.
00:55:53: Und dann dauert in der Regel der Ausrüstungsprozess auch schnell noch mal ein bis zwei Wochen nach der Druckmaschine.
00:56:02: Dann ist ein Textil eben erst so wie es sein soll.
00:56:07: Das kann man alles abkürzen, wenn man nur Pigment druckt.
00:56:09: Da könnte man sozusagen drucken und raus damit machen.
00:56:13: aber wenn es eben der Reaktivdruck sein soll dann erfordert ist diese entsprechenden Prozesse Und die kann man eben auch machen für kleinere Metragen Wenn wir eben dann in der Ausrüstung das zusammenfassen können.
00:56:25: das hatten ja gerade schon erörtert und deswegen Ist Es ein aufwendiger Weg braucht viele, viele Dinge die gut zusammenspielen damit das Endergebnis passt.
00:56:40: Es gibt auch ich sage mal viele mögliche Störgrößen die vielleicht dann sich auf die Farbe auswirken.
00:56:48: nicht wenn die Temperatur nicht stimmt oder der Waschprozess nicht richtig ist oder im Fula was abweicht.
00:56:56: alles muss unter genauer Kontrolle sein dass am Schluss auch ein stimmiges Ergebnis rauskommt.
00:57:02: Das hört sich jetzt so professionell an, aber für mich hat es auch eine emotionale Komponente.
00:57:08: Weil ich denke gerade dran wir waren ja mit Eva Hobitz von Lokal Textil bzw.
00:57:14: vom TXT-Trainer bei euch und du hast uns dann durch den Betrieb geführt.
00:57:19: Wir haben alles mögliche da gesehen Und dann sind wir an einem großen Wagen vorbeigekommen und Eva sagte plötzlich Den gibt's noch!
00:57:28: Dann hat sie einen Stoff gefunden Sie aus ihrer Kindheit kannte.
00:57:34: Das war irgendwie so ein besonderes, ich weiß nicht ob Elefantchen drauf waren oder sowas in genau der Fragestellung die sie nun kannte.
00:57:43: und ich habe mich dann gefragt wenn ihr diese es ist ja praktisch eine Bibliothek an die Science die ihr da habt an Schaden auch an Farbzusammenstellung Ist das auch ein Stück deutsche Textilgeschichte mit der ihr euch da jeden Tag auseinander seid?
00:58:00: Also Ich würde sagen, was das Design angeht.
00:58:07: Waren wir natürlich immer ein Teil der deutschen Textilindustrie und damit ein Teil einer deutschen Textile Geschichte mit dem, was wir die letzten Jahre gedruckt haben?
00:58:15: Es gibt auch in der Tat die Lines, die sich immer wieder wiederholen oder die immer wieder neu aufgelegt werden also solche Klassiker oder Evergreens, die dann immer wieder erfolgreich sein können.
00:58:29: Das Erlebnis von der Eva war dagegen wirklich wahrscheinlich mehr Zufall.
00:58:33: Also das habe ich sonst so auch noch nicht unbedingt erlebt, dass jemand einen Design aus einer Kindheit bei uns wiedergesehen hat.
00:58:40: Das war schon ein größter ZufAll weil die Designvielfalt ist halt dort trotzdem riesengroß.
00:58:44: Nicht wenn man Zehntausend Designs hat und dann sieht man genau das in dem Moment.
00:58:48: Dann ist es natürlich doch ein großer Zuf.
00:58:51: all aber... Die Dinge wiederholen sich, auch die Trends wiederholten sich und der Designfund ist vielleicht nicht immer eins zu eins sondern in abgewaltender Form oft eben dann vielleicht den neuen Farben.
00:59:06: Gibt es viele Designs, die immer wieder begeistern können?
00:59:13: Ich bin das total spannend was ihr so macht.
00:59:18: Also ich habe das Gefühl wir haben Das Thema jetzt gerade nur angekratzt, wir haben gerade so einen Blick in euren Betrieb geworfen.
00:59:27: Ich würde dich einfach einladen noch ein zweites Mal zu uns zukommen und dass ihr mal ein bisschen mehr drüber sprechen.
00:59:34: was braucht es eigentlich für Zertifikate?
00:59:36: Was ist da?
00:59:37: was ist da so wichtig beim Textildruck?
00:59:42: Kommt einfach nochmal wieder!
00:59:43: Und wir vertiefen das Thema nochmal, was hält du dafür?
00:59:47: Also das würde ich sehr gerne.
00:59:49: Ich freue mich einfach, wenn ich die Textilbegeisterung sozusagen weiter transportieren kann und auch Menschen gegenübersetze diese Begeisterungen teilen.
01:00:02: Wir alle haben sozusagen Textil im Blut und das wollen wir natürlich gerne weiter verbreiten und dann kann man sich nur gegenseitig auch da weiter voranbringen.
01:00:16: Ich nehme meinen Beruf und unsere Tätigkeit hier.
01:00:20: Und da gibt es in der Tat noch viele, viele Dinge über die wir reden können.
01:00:24: also ich würde mich sehr freuen.
01:00:27: So machen wir das!
01:00:29: Ihr habt ja jetzt zugehört ihr wisst ja jetzt ihr könnt auch bei InnoTex Stoffe kaufen Und ordinal von, also vielleicht jetzt nicht von Justus original selbst gestempelt aber Original in Frankenberg hergestellte Stoffe.
01:00:44: Wir verlinken alles was alle links wir verlinken alle links das habe ich jetzt nicht gesagt.
01:00:51: Also wir verlinkten alles wichtige in den Show Notes damit ihr Inno Text folgen könnt damit ihr den Shop findet damit ihr vielleicht auch mal auf die Inno Tag Firmenseite gucken können, da könnt ihr eurer Neugier freinauf lassen.
01:01:07: Ja lieber Justus für heute war es das leider schon.
01:01:10: ich fand's total spannend wie du erzählt hast was Du erzählt hast dass Du uns mitgenommen hast.
01:01:15: das war ganz herrlich!
01:01:17: Ich hatte fast das Gefühl ich bin zweites Mal bei euch aber wir kommen bestimmt nächstes Jahr mal wieder.
01:01:23: Die Zeit war schneller.
01:01:24: Das muss ich sagen ja natürlich unsere Tür steht offen.
01:01:28: Ja, und wir werden auch in neun Jahren wieder einen Tag der offenen Tür machen.
01:01:33: Wir freuen uns auch und erleben immer auch viele Textilbegeisterte, die uns hier besuchen kommen.
01:01:39: Und das ist das, worüber leben, wenn man so will!
01:01:41: Ja und wer jetzt gar nicht, wer das gar nicht abwarten kann.
01:01:45: Man kann auch bei euch in den Werksverkauf aufstrahlen.
01:01:47: Richtig,
01:01:48: der normale Erfnungszeiten
01:01:50: ja richtig
01:01:50: genau.
01:01:51: Und die kümmert sich da um alles dass er immer gut bestückt ist und also mein Team war da schon sehr begeistert und die haben viel eingegauft glaube ich.
01:02:02: Also der Werks Verkauf hat sich geändert.
01:02:04: ursprünglich war eigentlich nur dafür da sozusagen die Überbleibsel irgendwie noch zu formaten.
01:02:10: Aber mit der Weile tun wir eben auch gezielt dafür drucken, dass dort auch das designerische Angebot heben.
01:02:15: Und ich denke, wir haben tolle Stoffe dort.
01:02:18: Mega mega verlinken wir und dann geht vorbei.
01:02:23: macht einen Abstecher nach Frankenberg wenn ihr in Kended seid.
01:02:26: Guckt euch auch sonst die Textilregion an?
01:02:29: Es gibt wunderbare Museen.
01:02:30: also badet in Textil und genießt es, dass wir sowas in Deutschland haben.
01:02:36: Also das können wir alle dadurch unterstützen, dass wir Stoffe konsumieren wie aus Deutschland kommen.
01:02:45: Natürlich gibt es auch von überall sonst.
01:02:47: tolle Stoffen aber die sprechen jetzt heute mal nur über Stoffer aus Deutschland.
01:02:56: Wir danken euch auf jeden Fall für euer
01:02:57: Interesse.
01:02:59: Wir dachten euch fürs Zuschauen, wir haben die Folge auch aufgezeichnet.
01:03:04: Die könnt ihr bei YouTube anschauen.
01:03:06: und ja gerne bis zum nächsten Mal!
01:03:09: Dir lieber Justus sagen ich danke dass du dabei warst fand ich herrlich und gerne bis bald!
01:03:14: Ja gerne gerne.
01:03:16: ich bedanke mich auch.
01:03:17: es war super und ich freue mich aufs nächste mal!
01:03:21: Tschüss!
01:03:25: Na hat ihr diese Episode Spaß gemacht und ich auf neue Ideen gebracht?
01:03:29: Dann freuen wir uns über dein Like und einen Kommentar von dir.
01:03:33: Und natürlich darfst du uns auch gerne ein Abo da lassen, dann bekommst Du immer direkt eine Info wenn eine neue Podcastfolge online ist!
01:03:42: Wir freuen uns wenn du auch das nächste Mal wieder mit dabei bist.
01:03:44: bis dahin sagen wir vielen Dank fürs Zuhören Tschüss und bis nächste Woche.
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